Wissenswertes über den Lehrberuf Tischler

Der Lehrberuf Tischler zählt in Österreich traditionell zu den drei beliebtesten Lehrberufen. Die Ausbildung der Lehrlinge erfolgt fast ausschließlich in auftragsbezogen fertigenden Klein- und Mittelbetrieben des Tischlerhandwerks.

In Österreich ist die Ausbildung im Lehrberuf Tischler universell; eine allfällige Spezialisierung z.B. für die Bereiche Innenausbau, Möbelbau, Kunsttischler oder Bautischler erfolgt erst nach Abschluß der Berufsausbildung als Facharbeiter oder Meister.

Die Mehrzahl der künftigen Facharbeiter erfährt in Österreich ihre Ausbildung in Form der dualen Berufsausbildung. Innerhalb einer dreijährigen Lehrzeit werden die Tischlerlehrlinge im Lehrbetrieb und berufsbegleitend ca. 10 Wochen je Lehrjahr in der Berufsschule in ihrem Bundesland umfassend in Theorie und Praxis ausgebildet.

Die Berufsausbildung findet durch die erfolgreiche Ablegung der Lehrabschlußprüfung ihren fachlichen Höhepunkt und Abschluß.

Die rechtliche Basis für die Berufsausbildung zum Tischler bilden Verordnungen des Wirtschaftsministers (Ausbildungsordnung), des Unterrichtsministers (Rahmenlehrplan für die Berufsschulen) und der Landesregierungen (Landeslehrpläne für die Berufsschulen in den Bundesländern).

Ein Teil der Tischler wird ausschließlich schulisch in vierjährigen Fachschulen bzw. fünfjährigen höheren technischen Lehranstalten (enden mit Reifeprüfung) bzw. eine Reifeprüfung bereits vorliegt im 2-jährigen Kolleg für Möbel- und Innenausbau ausgebildet. Absolventen dieser berufbildenden mittleren und höheren Schulen finden nach einigen Jahren Praxis häufig als Produktions- oder Werkstättenleiter Verwendung im technischen Management größerer holzbe- und verarbeitender Betriebe.

Nach abgelegter Reifeprüfung bzw. Studienberechtigungsprüfung eröffnet sich die Möglichkeit des Besuches des Design-Centrum in St. Pölten bzw. des Fachhochschul-Studienlehrganges "Holztechnik und Holzwirtschaft" in Kuchl.

Wettbewerbe

Österreichs angehende Tischler messen auf freiwilliger Basis ihr Können jedes Jahr auf Landes- und Bundesebene in Lehrlingswettbewerben. Es spricht für die besondere Motivation der jungen Menschen, dass sich mehr als 50 % aller Lehrlinge an diesen Wettbewerben beteiligen, die eine erste Vorauswahl für den internationalen Berufswettbewerb darstellen, bei dem österreichische Tischler zahlreiche Medaillen und Plazierungen erringen konnten.

Zukunftsaussichten

Die künftigen beruflichen Beschäftigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sind für die jungen Tischler in Österreich vielfältig und aussichtsreich: Rund 10.000 holzbe- und verarbeitende Betriebe in Industrie und Handwerk beschäftigen etwa 100.000 Mitarbeiter. Eine große Zahl von einschlägigen Handels- und Zulieferbetrieben, aber auch die Gebietskörperschaften suchen gut ausgebildete Tischler als hochqualifizierte Mitarbeiter für Produktion, Verkauf und Wartung. Auf Grund der soliden und vielseitigen Ausbildung werden Tischler aber auch von holzfremden Branchen gesucht, weil sie nach kurzer Umstellung auch dort sehr gut ihren Mann bzw. ihre Frau stellen können.

Fortbildung

Für den Tischler werden in Österreich eine Vielfalt von Fortbildungsmöglichkeiten (z.B.: Fachhochschulen, Kolleg, Höhere Technische Lehranstalten, Meisterschulen und Meisterklassen) in fachlich-theoretischer und fachlich praktischer Hinsicht angeboten, vorrangig und sehr preiswert in den technisch sehr gut ausgestatteten Wirtschaftsförderungsinstituten der Wirtschaftskammern und in den Fachakademien.

Die vor einigen Jahren geschaffenen zweijährigen Fachakademien erfreuen sich großen Interesses bei den jungen Facharbeitern.

Meisterprüfung

In Österreich ist wie in der BRD und in Luxemburg die Ablegung der Meisterprüfung eine der Voraussetzungen für die selbständige Ausübung des Tischlerhandwerks. Zur Meisterprüfung kann jeder Volljährige antreten. Meisterprüfungsvorbereitungskurse, einjährige Meisterklassen und zweijährige Meisterschulen dienen zur Vorbereitung, aber vor allem auch der Vertiefung der beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten.

Erfreulicherweise ist das Interesse an der Ablegung der Meisterprüfung als fachliche Qualifikation und erster Schritt zur Selbständigkeit im Tischlerhandwerk überdurchschnittlich groß.

Die Zahl der Tischlerbetriebe steigt in Österreich jährlich um etwa 1 %!


Download
Meisterprüfung für das Handwerk der Tischler
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Tischlerei-Ausbildungsordnung
tischlerei.pdf

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